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 Bürgerinitiative "im blauen Sessel" Ravensburg
 
 

Thema der 14. Salonnacht 

am Freitag, den 12. April 2019 ist:


  ander(e)s leben

 

nowak18

Karin Nowak
führt ins Thema ein

thorwiedemann

Dr. Sabine Thor-Wiedemann
stellt die Mitwirkenden vor


Rathaus (Spätgotischer Sitzungssaal)
Zugang über die Marktstrasse

overath
(c) Heike Bodenberger
Angelika Overath, Schriftstellerin

Alle Farben des Schnees

Jeder kennt Sehnsuchtsorte, weit weg von zu Hause, wo das Leben vielleicht ein anderes wäre. Aber die Stadtwohnung auflösen und in ein Schweizer Bergdorf ziehen, das man nur vom Urlaub kennt? Die Schriftstellerin Angelika Overath hat diesen Schritt mit ihrer Familie getan. In ihrem literarischen Tagebuch Alle Farben des Schnees schreibt sie vom Weggehen und Ankommen, vom Verlassen ausgetretener Denkpfade, vom Weiten des Horizonts und von Gemeinschaft, die Glück und Enge zugleich bedeuten kann. Und sie erzählt von Dorfbewohnern, die alles andere als hinterm Mond leben.






Die gebürtige Karlsruherin Angelika Overath lebt seit Jahren im Engadin. Sie lernte rätoromanisch und schreibt Lyrik in dieser fast vergessenen Sprache. Sie lehrt Literarisches Schreiben an der Journalistenschule in Luzern. Ihre Werke wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Zuletzt erschien 2018 ihr Roman
Ein Winter in Istanbul.

Wikipedia über Angelika Overath >






 
Die Salons der Marktstraße nach Hausnummern:

Nr. 13: Figurentheater
(Gewölbekeller neben der Brotlaube)

rasfeld
            
 

Margret Rasfeld, Reformpädagogin

Schule neu denken

Schule, das heißt für viele: 45 Minuten-Takt, Konkurrenzstreben, Noten und Lernen nach Lehrplan, aber ohne Eigeninitiative und genuines Interesse. Dass es auch anders geht, dass es gelingen kann, die angeborene Begeisterung, den Lernwillen und die Kreativität von Kindern und Jugendlichen zu erhalten und zu fördern, davon berichtet die ehemalige Schulleiterin Margret Rasfeld aus ihrer langjährigen pädagogischen Erfahrung. Sie plädiert für eine radikal neue Lernkultur, vielfältige Lernformate und eine wertschätzende Haltung im Schulleben. Grundlage einer solchen Schule sind Lob und Vertrauen statt Negativ-Auslese oder Gleichgültigkeit.

Margret Rasfeld leitete die Evangelische Schule Berlin Zentrum mit dem Anspruch, die Lernkultur grundlegend zu verändern.  Sie ist Mitbegründerin der bundesweiten Initiative „Schule im Aufbruch“ und gehörte zum Experten-Team im Zukunftsdialog der Bundeskanzlerin im Themenfeld „Wie wir lernen wollen“.

Webseite von Margret Rasfeld >

   

Nr. 20: Firle und Franz 
(Patrizierhaus von 1464)

stichmann
     (c) Patrizia Neligan
















Andreas Stichmann, Schriftsteller

Die Entführung des Optimisten Sydney Seapunk

Die Kommune Sonnenhof am Rande von Hamburg hat schon bessere Tage gesehen. Der Halbtunesier Ramafelene ist zwar bemüht, noch einen Rest an Struktur aufrecht zu erhalten, doch die anderen Bewohner, darunter Ramafelenes misanthropische Mutter und Schrottsucher Küwi, sind ein hoffnungslos anarchischer Haufen. Doch als der Industriellensohn David van Geelen auftaucht, der sich den Kommunarden als zahlender Gast aufdrängt, ergeben sich ganz neue Perspektiven, den maroden Sonnenhof finanziell – oder sogar ideell? - zu sanieren.

Andreas Stichmann kam über das Comiczeichnen zum Schreiben. Er studierte am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. 2008 erschien sein Debut, der Erzählband 'Jackie in Silber', für den er unter anderem den Clemens Brentano-Preis bekam. Auch sein Roman 'Das große Leuchten' wurde mehrfach ausgezeichnet.

Webseite von Adreas Stichmann >

     

Nr. 22: Wirtschaftsmuseum 
(Wohnhaus der Humpis um 1470 und älteste Kreissparkasse Baden-Württembergs)

ertl

  Wolfgang Ertel, Mathematiker und Physiker
 
Künstliche Intelligenz - Die Zukunft unserer Gesellschaft?

Serviceroboter, Smart Homes und Robotertaxis werden unser Leben in wenigen Jahren stark verändern. Wolfgang Ertel, der seit 30 Jahren am Thema Künstliche Intelligenz (KI) arbeitet, wird über maschinelles Lernen, automatische Diagnosen in Technik und Medizin sowie über Serviceroboter für alte und behinderte Menschen berichten. Anhand spektakulärer Erfindungen wird er die neuesten Entwicklungen zur Kreativität in der KI vorstellen und aufzeigen, dass das faszinierende Zeitalter der Künstlichen Intelligenz und der autonomen Systeme längst begonnen hat. Ob diese Erfindungen (nur) zum Wohle der Menschheit beitragen, wird Thema der Diskussion mit dem Publikum sein.

Prof. Dr. Wolfgang Ertel ist Leiter des Instituts für Künstliche Intelligenz an der Hochschule Ravensburg-Weingarten. Er arbeitet an mehreren Forschungsprojekten über Assistenzroboter, lernfähige Maschinen und Diagnosesysteme und berät Firmen in Baden-Württemberg zu diesen Themen.

Wikipedia über Wolfgang Ertel >


Nr. 26: Museum Ravensburger
(Saal aus dem 15. Jahrhundert)


roenneberg
          (c)  Roenneberg
 

Pauline Roenneberg, Filmemacherin

Früher oder später (Film)

Die mehrfach ausgezeichnete Dokumentarfilmserie früher oder später lief 2018 im BR Fernsehen. Die Regisseurin und Drehbuchautorin Pauline Roenneberg zeigt eine Folge dieses einfühlsamen Porträts einer Dorfgemeinschaft in der Oberpfalz. Die Jungen ziehen weg in die Stadt, und wer zurückbleibt, muss die eingreifenden Veränderungen des Lebens auf dem Lande meistern. Als sich eine Kommune von Veganern im Ort ansiedelt, stoßen katholische Tradition und städtisch-alternatives Leben aufeinander. Und beide Seiten lernen, dass man auch „anders“ leben kann.

Neben einem Studium der Geschichte, Theaterwissenschaften und Literatur an der Ludwig-Maximilian-Universität in München studierte Pauline Roenneberg Dokumentarfilm und Regie an der Münchner HFF (Hochschule für Film und Fernsehen). Früher oder später ist ihr Diplomfilm.

Agentur über Pauline Roenneberg >

Nr. 27: Musikhaus Lange
(Saal aus dem 15. Jahrhundert)

bollmann
  (c) ChristophMukherjee
  Stefan Bollmann, Autor
 
Frauen, die denken, sind gefährlich

Stefan Bollmann geht Denk- und Lebenswegen von Frauen nach, die sich, zumindest in den Augen ihrer Zeitgenossen, ungewöhnliche Freiheiten bei der Gestaltung ihres Lebens herausgenommen haben. Wieso wurden und werden solche Lebensentwürfe, die „anders“ sind, regelmäßig als Bedrohung der bestehenden Ordnung wahrgenommen? Warum sind Wissenschaftlerinnen wie die Verhaltensforscherin Jane Goodall, Journalistinnen wie  Anna Politkowskaja oder Politikerinnen von Margaret Thatcher bis Angela Merkel eigentlich gefährlich – und vor allem für wen?

Stefan Bollmann geht Denk- und Lebenswegen von Frauen nach, die sich, zumindest in den Augen ihrer Zeitgenossen, ungewöhnliche Freiheiten bei der Gestaltung ihres Lebens herausgenommen haben. Wieso wurden und werden solche Lebensentwürfe, die „anders“ sind, regelmäßig als Bedrohung der bestehenden Ordnung wahrgenommen? Warum sind Wissenschaftlerinnen wie die Verhaltensforscherin Jane Goodall, Journalistinnen wie  Anna Politkowskaja oder Politikerinnen von Margaret Thatcher bis Angela Merkel eigentlich gefährlich – und vor allem für wen?

Wikipedia über Stefan Bollmann >


Nr. 36: Salon Renommé
(Handwerkerhaus um 1380)


nickel
         (c) Jork Weimann
  
  Eckhart Nickel, Forscher

Hysteria

In einer Gesellschaft der nahen Zukunft setzt ein fundamentalistisches Regime alles daran, die Wunden zu heilen, die der Mensch der Erde zugefügt hat. Respekt vor der Natur, bis hin zur Unterordnung menschlicher Wünsche unter die Bedürfnisse von Pflanze und Tier, sind Teil der Ideologie. Doch „mit den Himbeeren stimmt etwas nicht“, erfährt der Leser gleich zu Beginn. Und das gilt nicht nur für die allzu roten Früchte, wie Bergheim, der Protagonist des Romans, mit wachsendem Grauen feststellen muss. Denn seine Nachforschungen führen ihn ins Herz einer scheinheiligen Ökodiktatur, in der nichts ist, wie es scheint.

Eckhart Nickel studierte Kunstgeschichte und Literatur und arbeitet seit vielen Jahren für  unterschiedliche Medien wie beispielsweise ARTE, Süddeutsche Zeitung und Frankfurter Allgemeine. Beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2017 erhielt er für Hysteria den Kelag-Preis. Der Roman stand 2018 auf der Longlist des Deutschen Buchpreises.

Wikipedia über Eckhart Nickel >


Nr. 45: Humpishaus
(Gotische Bohlenstube, Zugang über den Innenhof des Museums Humpis-Quartier)

knott

 

Marie Luise Knott, Autorin

Neue Denkwege und Dazwischenzeiten

In Zeiten allgemeiner Verunsicherung klammern Menschen sich gerne an die geistigen Errungenschaften der Vergangenheit. Was wiederum nicht selten die Verunsicherung vergrößert. Die politische Theoretikerin Hannah Arendt, die sich zu den Zweiflern rechnete, hat sich dagegen eine spezifische Art von Verlernen zum  Programm gemacht, so die Essayistin Marie Luise Knott, um sich im Denken von der Wirklichkeit verunsichern und gleichzeitig immer neu inspirieren zu lassen.  Die Autorin liest aus ihrem Band Verlernen. Denkwege bei Hannah Arendt  und spricht über die „Dazwischenzeit“ der Weimarer Republik, in der man einige Parallelen zur heutigen Zeit finden kann.

Marie Luise Knott lebt als freie Autorin, Kritikerin, Herausgeberin und Übersetzerin in Berlin. Ihr Buch Verlernen. Denkwege bei Hannah Arendt wurde mehrfach ausgezeichnet. Zuletzt erschien ihre Studie Dazwischenzeiten. 1930. Wege in der Erschöpfung der Moderne.

Homepage von Marie Luise Knott >


Nr. 51: Wohnung Familie Baur
(Spätmittelalterlicher Saal)

dittloff
(c) Christian Werner
Piper Verlag
 
Christian Dittloff, Autor

Das weiße Schloss

In einer nicht sehr fernen Zukunft - oder einer potenziellen Gegenwart? - entscheiden sich Ada und Yves für ein Kind, das ihr Leben als gebildetes, elitäres Paar vervollkommnen soll. Um ihre Karriere, ihre Paarbeziehungund nicht zuletzt die eigene Selbstverwirklichung nicht zu gefährden, entschließen sie sich zum "Outsourcen" der Mutterschaft. So hoffen sie, die Kontrolle über ihr ideales Leben zu behalten und den Anforderungen der Elternschaft gerecht zu werden: "Es wird ein großartiges Kind. Und immer wenn wir es besuchen, können wir es lieben." Und doch entgleitet dem Paar die Kontrolle immer mehr, wägrend ihr Kind im Körper einer fremden Frau im "Weißen Schloss" heranwächst.

Der gebürtige Hamburger studierte Germanistik und Anglistik und anschließend Literarisches Schreiben. Er arbeitet als Social Media-Manager für die Komische Oper Berlin. Das Weiße Schloss ist sein Romandebüt.

Der Verlag über Christian Dittloff >


Nr. 59: Galerie 21.06
(Mittelalterliches Kontor)

hein
     (c)  Susanne Schleyer

  Jakob Hein, Schriftsteller
 
Kaltes Wasser

Als 1989 die Mauer fällt, eröffnen sich Friedrich, dem Sohn systemtreuer DDR-Bürger, ungeahnte Möglichkeiten. Während seine Eltern und Schulkameraden noch wie gelähmt sind von den Umwälzungen in ihrem Leben, verschafft er sich mit illegalem Geldwechsel von Ost- zu Westmark das Startkapital zum Durchstarten in der Marktwirtschaft. Und auch sein entspanntes Verhältnis zur Wahrheit steht einer Karriere durchaus nicht im Wege. Der vermeintlich naive Ossi wird so zum Prototyp des Westlers – der schließlich selber nicht mehr weiß, welches Leben das eigene ist.

Der Berliner Autor und Psychiater hat zahlreiche Romane, Drehbücher und Theaterstücke geschrieben, die sich durch subtilen Humor auszeichnen. „Nebenbei“ betreibt er eine Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Homepage von Jakob Hein >


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